Mein erster und längster Nordicwalk -TEIL 1
Als um 3:15 Uhr der Wecker klingelte, war ich natürlich schon lange wach. Wer schläft schon gut in der Nacht vor seinem Saisonhöhepunkt, auch wenn mein Höhepunkt – der Trail Verbier St. Bernard über 105km und 7.300HM – nur ein Ersatz für den ausgefallenen 100Meilen-Lauf in Mittelengland werden sollte. Es wurde ein würdiger Ersatz.
In den letzten Minuten vor dem Start gehen einem so viele Gedanken auf einmal durch den Kopf, dass man keinen so richtig greifen kann. Habe ich genug Verpflegung bei mir, um die Zeit zwischen den VP genug verpflegt zu sein? Du musst an die Brustwarzenpflaster denken! Ist alles im Drop-Bag für den VP bei KM52? Draußen ist es kalt und nass, in welchen Klamotten starte ich? . . . Ich glaube jeder kennt dieses Lampenfieber. Ich werde auch nach dem zigsten Rennen noch nicht entspannter.
Am Start ist es um kurz vor fünf Uhr noch stockdunkel. Zwischen den Läufern herrscht eine angespannte Stille. Jeder konzentriert sich auf die vor ihm liegende Strecke. Im Hintergrund düdelt wie immer bei solchen Veranstaltungen heroische Musik (gibt es das?). Damit die Rennleitung weiß, wer auf die Strecke gegangen ist, wurden alle Startnummern gescannt. Ich weiß heute nicht mehr, wie eigentlich der Start erfolgte. War es ein Schuss, ein Countdown, wahrscheinlich wurde französisch gesprochen und ich habe nichts verstanden. Auf jeden Fall setzte sich die Meute plötzlich in Bewegung und es ging eine kurze Strecke durch den Ort bis wir vor dem ersten großen Anstieg ankamen – ca. 1.000HM auf sieben Kilometer hinauf zum Pierre Avoi.




